Samstag, 25. September 2010

Nachtblume

Nacht ist wie ein stilles Meer.
Lust und Leid und Liebesklagen
kommen so verworren her
in dem linden Wellenschlagen.
Fotos gemacht von Amelie.

Eichendorff: Die Nachtblume

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Dienstag, 27. April 2010

Im Baumgarten

Die ersten Keime sind, die zarten,
im goldnen Schimmer aufgesprossen;
schon sind die ersten der Karossen
im Baumgarten.
Die Wandervögel wieder scharten
zusamm sich an der alten Stelle,
und bald stimmt ein auch die Kapelle
im Baumgarten.

Der Lenzwind plauscht in neuen Arten
die alten, wundersamen Märchen,
und draußen träumt das erste Pärchen
im Baumgarten.


Wenns Frühling wird - Rainer Maria Rilke

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Mittwoch, 17. März 2010

Ich bin der Regen


Ich bin der Regen
das ist gar nicht schwer.
Was kann ich tun für dich?
Ich regne
ich wein dir nicht hinterher.

Ich bin der Regen
ich geb dir jedes Grün
und wünsch mir dich
glücklich
durch Blumenwiesen gehen zu sehn.

Ich bin der Schnee
ich lass es auch mal friern
und in der Nacht
hinter allem
lass ich dich die Liebe spürn.

Ich bin der Regen
Hagel
Donner, Blitz
und dann schau ich wie du
den gleichen Himmel
bei all dem Wetter an.

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Dienstag, 3. November 2009

November


Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unenntrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse - Im Nebel

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Freitag, 1. Mai 2009

Schwabing

Aus einem Bildband über das Schwabing der 50er Jahre.






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Freitag, 19. Dezember 2008

Stopping by woods on a snowy evening


Whose woods these are I think I know.
His house is in the village though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.

My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.

He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound's the sweep
Of easy wind and downy flake.

The woods are lovely, dark and deep.
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.

Robert Frost

Das Gedicht hat mir gerade mein Vater vorgelesen und ich bin gefesselt. Diese intensive Stimmung, in die man damit gezogen wird. Diese ausdrucksstarke Beschreibung von Winter, Nacht und Kälte, aber gleichzeitig Schönheit und Ruhe des verschneiten Waldes.
Es geht aufwärts mit mir. Meine Krankheit klingt begibt sich schleichend auf den Weg der Besserung. Und die Facharbeit entsteht und entsteht und ist bald vollkommen. Es sind Ferien und in 5 Tagen ist Weihnachten!

Bild: Chris Andersen

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Sonntag, 19. Oktober 2008

Rilke: Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.



Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

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Sonntag, 28. September 2008

Rilke: Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

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